Glanz-Stoff - Ein inklusives Schauspiel-Studio in Wuppertal

In Wuppertal gibt es ein besonderes Schauspiel-Studio.

Das Studio bildet Menschen mit Behinderung zu Schauspielern aus.

Sie arbeiten später am Theater, beim Film oder beim Fernsehen.

Menschen auf Bühne
Foto: GLANZSTOFF / Uwe Schinkel

Das Schauspiel-Studio heißt Glanz-Stoff.

Der Name besteht aus den Worten Glanz und Stoff.

Beide Worte haben mit dem Schauspielen zu tun.

Das Wort Glanz steht für eine Glanz-Leistung auf der Bühne.

Eine Glanz-Leistung ist zum Beispiel:

Wenn ein Schauspieler seine Rolle sehr gut spielt.

Das Wort Stoff steht für die Geschichten, die auf der Bühne oder im Film erzählt werden.

Das Wort steht aber auch für das Material, aus dem die Kostüme gemacht werden.

Und der Theater-Vorhang ist auch aus Stoff.

Bei einer Probe im Schauspiel-Studio

So läuft eine Probe ab:

12 Frauen und Männer bewegen sich durch den Raum.

Manche sind mit Rollstuhl oder Rollator unterwegs.

Sie machen Aufwärm-Übungen.

Ein Kamera-Team filmt das Ganze.

Foto: GLANZSTOFF / Uwe Schinkel

Dann sagt der Studio-Leiter zu den Teilnehmern:

- Geht eure Texte durch.
- Wo seid ihr?
- Was macht ihr?

Musik erklingt.

Eine Teilnehmerin tut so, als ob sie Gitarre spielt.

Ein anderer Teilnehmer spricht seinen Text mit einem Spick-Zettel.

Dann sprechen die Teilnehmer ihre Texte doppelt so schnell.

Anschließend sprechen sie ihre Texte rückwärts.

Bei der nächsten Übung sollen die Teilnehmer eine Wort-Kette bilden.

Die Wort-Kette beginnt mit dem Wort Gummi-Ente.

Der erste Teilnehmer sagt ein Wort, das mit Ente beginnt.

Zum Beispiel das Wort Enten-Tanz.

Und so geht es weiter.

Aus dem letzten Teil vom Wort wird ein neuer Begriff gebildet.

Am Ende sagt ein Teilnehmer das Wort Arsch-Lecken.

Alle lachen.

Dann sollen sich die Teilnehmer eine Geschichte ausdenken.

In der Geschichte sollen alle Wörter von der Wort-Kette vorkommen.

Anschließend spielen die Teilnehmer die Geschichte.

Sie spielen die Geschichte sehr gut.

Man merkt:

Die Teilnehmer haben schon viel Übung.

Schauspieler wird geschminkt
Foto: GLANZSTOFF / Uwe Schinkel

Wie alles begann

Alles begann 2017 mit Merlin Roemer.

Merlin hatte Spaß am Schauspielen.

Und er wollte Schauspieler werden.

Aber Merlin hat das Down-Syndrom.

Das spricht man so: Daun Sündrom.

Das Down-Syndrom ist eine geistige Behinderung.

Und für Menschen mit Down-Syndrom gab es keine Schauspiel-Schule.

So entstand die Idee für ein Schauspiel-Studio

für Menschen mit Behinderung.

Bekannte Theater-Leute aus Wuppertal fanden die Idee gut.

Sie unterstützen die Ausbildung.

Das Schauspiel-Studio arbeitet mit den Wuppertaler Bühnen zusammen.

Die Wuppertaler Bühnen sind ein Theater in Wuppertal.

Neben der Ausbildung proben die Teilnehmer noch Stücke

für Aufführungen.

2018 haben sie das erste Theater-Stück aufgeführt.

Es folgten 3 weitere Stücke.

Die Aufführungen waren in Wuppertal.

Im Theater am Engelsgarten.

Menschen auf der Bühne
Foto: GLANZSTOFF / Uwe Schinkel

Im Juli 2019 hatte dort das neueste Stück Premiere.

Das spricht man so: Premjäre.

Eine Premiere ist die erste Aufführung von einem Theater-Stück.

Das Stück heißt Mir nach!

In dem Stück geht es um Menschen, die eine Idee haben. Sie verfolgen ihre Idee.

Sie müssen neue Wege gehen.

Dafür brauchen sie viel Mut.

Was die Teilnehmer sagen

Auch die Teilnehmer haben am Anfang Mut gebraucht. Zum Beispiel Diana.

Sie sagt:

Bei der ersten Premiere war ich sehr nervös, das war schlimm.

Jeder Teilnehmer findet etwas anderes schwierig.

Für Gudrun ist es die Hitze von den Scheinwerfern.

Der Teilnehmerin Flora fällt das Lachen auf der Bühne schwer.

Aber alle sind sich einig:

Sie haben viel über sich gelernt und sich weiter entwickelt.

Nora sagt:

Ich habe mich gewundert, wie viel ich mir merken kann.
Und wie viel Zuspruch ich bekomme.
Jeder hier hat eine Einschränkung und das Theater gibt so viel.

Flora meint:

Wenn ich auf der Bühne bin, dann vergesse ich alles.

Und Gudrun sagt:

Ich bin froh, dass ich als Behinderte der gesunden Gesellschaft etwas zurück geben kann.
Sonst brauchst du immer was von den anderen.
So gibst du was.

Menschen auf Bühne spielen Theater
Foto: GLANZSTOFF / Uwe Schinkel

Wie es weiter geht

Im Oktober 2019 beginnt eine neue Ausbildung.

Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

In der Ausbildung lernen die Teilnehmer alles,

was man auch an anderen Schauspiel-Schulen lernt.

Zum Beispiel:

- sich bewegen
- spielen
- improvisieren
das bedeutet: eine Geschichte ohne Vorbereitung spielen

Die Teilnehmer spielen in Theater-Stücken von den Wuppertaler Bühnen mit.

Wie man sich bewerben kann

Wer immer schon mal auf einer Bühne stehen wollte,

kann sich beim Schauspiel-Studio Glanz-Stoff in Wuppertal bewerben.

Menschen ab 18 Jahren können sich bewerben.

Sie müssen einen Text im Schauspiel-Studio vorsprechen.

Im Juli 2019 gab es die ersten Termine für das Vorsprechen.

Die Adresse ist:

Glanzstoff – Akademie der inklusiven Künste e.V.
Telefon: 0202 – 75 80 09 0
E-Mail: paul-roemer@wirsindglanzstoff.de
www.wirsindglanzstoff.de

Hinweis:
Wir verwenden in diesem Text nur die männliche Form.
Wir schreiben zum Beispiel immer nur Schauspieler.
Das ist einfacher zu lesen.
Wir meinen aber immer Männer und Frauen.